Kapitel 4. Paketmanagement

Inhaltsverzeichnis

[Anmerkung]Versionsgebundene Beispiele

Viele nachfolgende Beispielausgaben, Paketversionen, Servernamen sowie Suite- und Verzeichnisnamen stammen aus früheren Debian-Versionen. Sie dienen der Erläuterung der jeweiligen Konzepte und sind keine aktuelle Paketliste oder übernehmbare Konfiguration. Insbesondere Quellen mit Codenamen wie potato, woody, sarge oder etch dürfen nicht in ein Debian-13-System kopiert werden. Für aktuelle Abläufe sind die Abschnitte zur Paketverwaltung heute, zur Deb822-Konfiguration und die offiziellen Debian-13-Veröffentlichungshinweise maßgeblich.

Debian verwaltet installierte Software primär mit APT und dpkg. Für aktuelle interaktive Arbeiten sind apt, aptitude oder eine grafische Paketverwaltung möglich. Ältere Werkzeuge, die in den folgenden Referenzabschnitten noch genannt werden, sind nicht automatisch in Debian 13 enthalten; prüfen Sie Paketverfügbarkeit und Manpages der installierten Version, bevor Sie alte Beispiele ausführen.

apt ist die moderne Kommandozeilenschnittstelle der APT-Paketverwaltung. Sie bietet häufig verwendete Funktionen für Suche, Installation, Entfernung und Aktualisierung. Die darunterliegenden Werkzeuge apt-get und apt-cache bleiben insbesondere für Skripte und reproduzierbare Abläufe geeignet. Die grundlegende Paketdatenbank wird von dpkg verwaltet.

aptitude ist ein optionales textbasiertes Frontend mit interaktiver Paketansicht und eigenen Funktionen zur Abhängigkeitsauflösung. Es ist eine Alternative, aber nicht pauschal die einzig bevorzugte Konsolenverwaltung. Ob es installiert ist, hängt von der Systeminstallation ab.

APT prüft kryptografische Signaturen der Paketarchive und authentifiziert deren Metadaten mit den konfigurierten Archivschlüsseln. Die Standardquelle für Debian wird über das Paket debian-archive-keyring abgesichert. apt-key ist veraltet; zusätzliche Quellen sollten mit einem separat abgelegten Schlüssel und dem Feld Signed-By auf genau diese Quelle begrenzt werden. Importieren Sie niemals einen unbekannten Schlüssel in einen global vertrauten Schlüsselring, ohne Herkunft und Fingerprint zu prüfen.

Unabhängig davon, welches Programm Sie zur Installation benutzen - Sie müssen in jedem Fall auswählen, welche Pakete Sie installieren möchten. Dies ist bei Debian GNU/Linux keine leichte Aufgabe, denn mittlerweile umfasst die Distribution einige tausend Pakete! Um Ihnen die Auswahl zu erleichtern, wurden von den Entwicklern so genannte „ task“-Pakete zusammengestellt. Diese „Gruppierung“ von Paketen vereinfacht Ihnen die Selektion. Wählen Sie beispielsweise das Paket task-gnome-desktop aus, so werden alle nötigen Pakete für einen GNOME-Desktop ausgewählt und installiert. Weitere Informationen zu diesen Paketen finden Sie in „Taskpakete“ Abschnitt 4.56, „task-Pakete“.

Zum Installieren einzelner Pakete eignen sich auf aktuellen Debian-Systemen apt install, für automatisierte Aufrufe apt-get install sowie textbasierte oder grafische Frontends wie aptitude und, sofern installiert, synaptic. dselect ist ein älteres, weiterhin paketiertes Frontend und wird in diesem Buch vor allem aus historischen Gründen erwähnt; gnome-apt gehört nicht zu einer aktuellen Standardinstallation.

Die Paketverwaltung unter Debian GNU/Linux stellt eines der Highlights dieser Distribution dar. Wir wollen hier nicht auf jedes Detail eingehen, aber trotzdem ein paar Informationen zu den grundsätzlichen Vorgängen bei der Installation eines Pakets festhalten.

Jedes Programmpaket enthält in der Regel einige verschiedene Dateien, die zur Funktion dieses Programms benötigt werden. Hierzu gehören natürlich das Programm selbst, die Bibliotheken, Dateien mit Daten wie zum Beispiel Grafiken für Spiele, die Anleitung (Manpages) usw. Bei der Installation eines Programms muss sichergestellt sein, dass alle Dateien am richtigen Platz im Verzeichnisbaum installiert werden.

Wenn Sie später ein Programm wieder von Ihrem System entfernen wollen, ist es ebenfalls wichtig zu wissen, welche Dateien zu einem Programm gehören und wo sie sich befinden. Weiterhin ist festzustellen, ob Dateien installiert wurden, die mittlerweile von anderen Programmen benutzt werden. In diesem Fall darf das Paket unter Umständen nicht entfernt werden.

Ebenso kann der Fall eintreten, dass ein Programm auf den neuesten Stand gebracht werden soll. Bei diesem Vorgang werden Dateien aktualisiert und eventuell auch einige Dateien gelöscht, die von der neuen Version nicht mehr benötigt werden. Auch dies muss so durchgeführt werden, dass nicht andere Programme danach nicht mehr funktionsfähig sind.

Das Debian GNU/Linux-Paketsystem wacht über alle diese Vorgänge und hält Ihr System immer in einem benutzbaren Zustand.

4.1 Organisation der Pakete

Debian-Paketarchive sind nach Komponenten und nach Softwarebereichen organisiert. Die Komponenten main, contrib, non-free und non-free-firmware unterscheiden sich unter anderem nach Lizenzstatus und Abhängigkeiten. main enthält Software, die den Debian Free Software Guidelines (DFSG) entspricht. contrib enthält DFSG-freie Pakete, die von Software außerhalb von main abhängen. non-free enthält Software, die nicht alle DFSG-Kriterien erfüllt; non-free-firmware ist für Firmware vorgesehen, die nicht alle DFSG-Kriterien erfüllt.

Die Komponenten contrib, non-free und non-free-firmware werden weiterhin im Debian-Archiv angeboten, gehören aber nicht zu main. Welche Komponenten aktiviert werden, entscheidet der Betreiber im Rahmen der Lizenz- und Sicherheitsanforderungen.

Innerhalb einer Suite sind Pakete nach Quell- und Binärpaketen, Architektur und weiteren Archivmetadaten organisiert. Die internen Verzeichnisse des Archivs können sich ändern; Paketnamen und Metadaten sollten nicht aus einer vermeintlich festen Verzeichnisstruktur abgeleitet werden.

Die aktuelle Beschreibung der Archivstruktur und der Komponenten steht in der Debian-Dokumentation sowie in der Manpage sources.list(5).

Stand: 21.10.2026 22:27

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