Kapitel 5. Debian Pakete im Detail

Inhaltsverzeichnis

Wenn Sie sich schon einige Zeit intensiver mit Debian auseinander gesetzt haben, so kommt vielleicht der Wunsch auf, eigene Pakete für das lokale System zu erzeugen. Vielleicht wollen Sie aber auch Pakete für Freunde bereitstellen oder sogar an der Debian Entwicklung teilhaben. Auch wenn es bei einigen tausend Debian Paketen schwerfällt, für einen Anwendungsbereich keine passende Software zu finden, so kann es doch sinnvoll sein, bestehende Pakete anzupassen (beispielsweise mit einer entsprechenden Konfiguration für das lokale Netzwerk) oder gar komplett neue Pakete zu erzeugen, die noch nicht als Debian Paket verfügbar sind.

Für beide Probleme finden Sie in diesem Abschnitt eine Lösung. Doch zunächst zum Aufbau der Pakete.

5.1 Debian-Pakete heute erstellen und prüfen

Für aktuelle Pakete verwenden Sie die Debian Policy, debhelper und einen reproduzierbaren Build in einer sauberen Umgebung. Installieren Sie die benötigten Werkzeuge und lesen Sie die Datei debian/README.source, falls sie vorhanden ist.

sudo apt install build-essential devscripts debhelper dh-make lintian sbuild
apt source PAKETNAME
cd PAKETQUELLE
dpkg-buildpackage -us -uc -b
lintian ../PAKETDATEI.changes

dpkg-buildpackage baut ein Quellpaket oder binäre Pakete gemäß der Datei debian/rules. Für kontrollierte Builds in einer sauberen Debian-Umgebung eignen sich sbuild oder vergleichbare chroot-/Container-Umgebungen. Bauen Sie Pakete nicht als root auf einem Arbeitsrechner, wenn ein unprivilegierter Build ausreicht.

Neue oder geänderte Pakete müssen die aktuelle Debian Policy, Lizenzinformationen, Abhängigkeiten, Maintainer-Skripte und Architekturdeklarationen korrekt abbilden. Verlassen Sie sich nicht auf alte Beispiele aus Zeiten von dpatch, cvs-buildpackage oder make-kpkg; prüfen Sie den aktuellen Stand der Werkzeuge und Paketrichtlinien.

Offizielle Einstiege: Debian Policy, Debian New Maintainers' Guide und Debian Packaging.

Stand: 21.10.2026 22:27

 Impressum  Datenschutzerklärung