6.6 Installations- und Rettungsdiskette

Sie können die Installationsdiskette oder die CD - falls Sie von dieser das System bei der Installation gestartet haben - auch zur Reparatur Ihres Systems benutzen. Dies kann in seltenen Fällen erforderlich sein, z. B. falls Sie den Rechner nicht ordnungsgemäß heruntergefahren haben, was ebenso bei einem Stromausfall der Fall ist. Manchmal kommt es auch vor, dass Sie etwas an den Dateien in /etc geändert haben oder dass ein neu erstellter Kernel nicht startet. Aber auch, wenn Sie das Passwort für den Superuser vergessen haben, kann die Bootdiskette Sie vor der neu installation bewahren.

In einem Notfall legen Sie die Rettungsdiskette ein und starten das System neu. Statt wie bei der Installation einfach die Eingabetaste zu drücken, können Sie nun am Boot-Prompt zusätzliche Parameter eingeben. Eine umfangreiche Übersicht der Befehle befindet sich auf der Diskette. Diese können Sie sich mit den Funktionstasten ansehen. Wir werden hier nur zwei gebräuchliche Fälle vorstellen.

Sollte zum Beispiel die LILO-Konfiguration fehlgeschlagen sein oder lässt sich der neu übersetzte Kernel nicht booten, so sind immer noch alle Daten auf der Root-Partition in einwandfreiem Zustand. Sie haben jetzt die Möglichkeit, den auf der Rettungsdiskette befindlichen Kernel zu booten und das Dateisystem auf der Root-Partition zu mounten. Geben Sie hierzu am Prompt Folgendes ein: rescue root=/dev/hda1

Hierbei ist zu beachten, dass Sie - je nachdem, auf welcher Partition sich Ihre Root-Partition befindet - das passende Device angeben. Nachdem der Kernel von der Diskette geladen worden ist, wird das System ganz normal gestartet, und Sie können sich danach am System anmelden und den Fehler beheben. Im Fall einer nicht funktionierenden Konfiguration von LILO loggen Sie sich als Superuser ein, beheben die Fehler in der Konfigurationsdatei und rufen anschließend das Kommando lilo auf.

Ein anderer Fall wäre ein Fehler im Dateisystem der Root-Partition, der ein normales Booten des Systems verhindert. In den meisten Fällen kommt man hierbei sogar ohne eine Rettungsdiskette aus. Meist hält das System beim Start an, und nach Eingabe des Root-Passworts können Sie das Dateisystem dann reparieren.

Dies lässt sich auch mit einer Rettungsdiskette ausführen. Booten Sie hierzu ganz normal mit der Diskette, als wollten Sie eine Installation durchführen. Wählen Sie noch die gewünschte Tastatur aus und wechseln Sie dann mit der Tastenkombination ALT+F3 auf die dritte Konsole. Nach Drücken der Eingabetaste steht dort eine Shell zur Verfügung. Sie können von dort aus das defekte Dateisystem manuell reparieren. Benutzen Sie dazu das Kommando: e2fsck /dev/hda1. Auch hier ist wieder das entsprechende Device anzugeben. Nach einem Neustart des Systems sollte alles wieder wie gewohnt funktionieren.

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