3.7 Virtuelle Konsolen

Der Linux-Kernel unterstützt virtuelle Konsolen. Dies ist eine Methode, um Ihren Bildschirm und die Tastatur (sowie die Maus, falls das Programm gpm installiert wurde) so benutzen zu können, als würden Sie an mehreren Geräten gleichzeitig arbeiten und als wären diese alle mit dem gleichen Rechner-System verbunden.

Die Benutzung der virtuellen Konsolen ist sehr einfach. Über die Tastenkombinationen ALT+F1 bis ALT+F6 können Sie zwischen den verschiedenen virtuellen Bildschirmen umschalten. Probieren Sie es aus, indem Sie sich mehrfach einloggen und auf den verschiedenen Konsolen unterschiedliche Befehle ausführen.

Debian GNU/Linux ist standardmäßig für die Benutzung von sechs virtuellen Konsolen eingerichtet; auf diesen wird automatisch das Programm login gestartet. Sie können auf diese mit den Funktionstasten F1 bis F6 zugreifen (jeweils zusammen mit der ALT-Taste). Technisch sind auch noch mehr virtuelle Konsolen möglich. Debian GNU/Linux verwendet die siebte Konsole (ALT+F7) für das X Window-System, die grafische Benutzeroberfläche.

Wenn Sie X benutzen, so verwendet dies automatisch die siebte virtuelle Konsole. Diese wird beim Start von X automatisch aktiviert, unabhängig davon, ob Sie das Kommando startx benutzen oder X über xdm oder ein anderes Programm starten.

Um von der grafischen Oberfläche X wieder auf die textbasierte Konsole zu wechseln, drücken Sie die Tastenkombination STRG+ALT+F1 (oder F2, F3 usw.).

Sie müssen sich also nur merken, dass - wenn Sie von X auf eine Konsole wechseln möchten - zusätzlich die Taste STRG zu drücken ist.

Wenn Sie sich einmal mit der Arbeitsweise der virtuellen Konsolen vertraut gemacht haben, werden Sie diese zu schätzen wissen. Sie können so schnell zwischen einem Editor und dem Compiler umschalten und auf der dritten Konsole noch die Logdateien im Auge behalten. Dies können Sie auch unter X erreichen, indem Sie mehrere Fenster öffnen. In vielen Fällen ist es aber gar nicht nötig oder sogar unerwünscht, auf einem Rechner X zu installieren - beispielsweise bei einem Server.

Es ist sogar möglich, mehrere X-Server auf verschiedenen virtuellen Konsolen zu starten. Dies kann für den gleichzeitigen Betrieb von X mit verschiedenen Farbtiefen sinnvoll sein.

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