3.9 Kommandozeile und Dokumentation

Nun beschäftigen wir uns mit etwas umfangreicheren Beispielen.

Eine minimale Kommandozeile enthält lediglich einen einzigen Befehl ohne Parameter, zum Beispiel whoami. Aber auch dies lässt sich noch ausbauen, geben Sie einfach mal man whoami ein.

Der Befehl man ruft die Benutzungsanleitung (manual page) für das Programm whoami auf. Mit der Taste SPACE können Sie in der Anleitung weiterblättern, die Taste q beendet das Programm man.

Hier ein noch erweitertes Beispiel:

man -k Postscript

Dieses Kommando besteht aus 3 Teilen: Zuerst steht der eigentliche Name des Kommandos, man, gefolgt von einer so genannten Option, hier -k, abschließend dann das Argument Postscript.

Optionen verändern das Verhalten eines Programms. In den meisten Fällen werden Optionen mit dem Zeichen - eingeleitet. Die GNU-Programme kennen außerdem eine ausführliche Form der Optionen; für die Option -k des Befehls man wäre dies dann --apropos.

Probieren Sie dies nun einmal mit dem Befehl man, gefolgt von der Option -h, und einmal in der ausführlichen Form mit der Option -help aus. Die Ergebnisse sind gleich.

[Tipp]Drucken von Manpages

Dem Kommando man kann die Option -t sowie die gewünschte Manpage übergeben werden. Dies führt zur Ausgabe einer Postscript-Datei, leider auf der Standard-Ausgabe. Wird die Ausgabe direkt an den Drucker geschickt, so werden die Seiten im A4-Format ausgegeben. Um 2 Manual-Seiten auf einer A4-Seite auszugeben, kann das Kommando psnup zwischengeschaltet werden. Die komplette Kommandozeile sieht dann wie folgt aus

man -t whoami | psnup -2 | lpr
	

Eine Vorschau des Ergebnisses kann unter einer grafischen Benutzeroberfläche erzeugt werden, wenn das Kommando lpr durch gv - ersetzt wird.

Jedes Kommando hat seine eigenen Optionen. Es wird versucht, diese so weit wie möglich zu vereinheitlichen, so dass Sie die Optionen -help und --version bei allen GNU-Programmen antreffen sollten. Probieren Sie das ruhig einmal mit einigen verschiedenen Kommandos aus.

Aus historischen Gründen gibt es einige - manchmal geradezu bizarre - Abweichungen, die sich bis heute erhalten haben. So ist es z.B. möglich, bei den Kommandos tar oder ps das Zeichen - vor den Optionen einfach wegzulassen.

Alle Zeichen, die nicht zu einer Option gehören und kein Kommandoname sind, nennt man Argumente. Argumente können verschiedene Zwecke erfüllen. Meistens handelt es sich um Namen von Dateien, die mit dem entsprechenden Kommando bearbeitet werden sollen. In dem oben genannten Beispiel (man -k Postscript) ist Postscript das Wort, das vom Kommando man gesucht werden soll. Es wird dann nicht die Anleitung zum Programm Postscript gesucht, sondern es wird in allen Anleitungen nach dem Wort Postscript gesucht, und es werden alle Namen der entsprechenden Anleitungen angezeigt. Im Beispiel von man whoami ist man das Kommando und whoami das zu suchende Argument.

Wenn Sie nur wenige Programme auf Ihrem System installiert haben, sehen Sie im obigen Beispiel wenige Suchergebnisse oder sogar nur die Meldung: Postscript: nothing appropriate.

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